Selbst schalten oder abgeben?
Ich verdiene Geld damit, dass Unternehmen es abgeben. Trotzdem rate ich regelmäßig davon ab. Hier steht, wann welche Variante die richtige ist.
Kostenloses Erstgespräch ↓- Wann selbst schalten die bessere Wahl ist
- Ab wann es teurer wird als Betreuung
- Die Rechnung mit deiner eigenen Zeit
- Der Mittelweg, den kaum jemand nutzt
Wann solltest du es selbst machen?
Es gibt klare Fälle, in denen ich abrate, jemanden zu beauftragen.
- Dein Werbebudget liegt unter etwa 500 Euro im Monat. Dann steht die Betreuung in keinem Verhältnis.
- Du willst verstehen, wie es funktioniert, und hast die Zeit dafür. Das ist ein legitimes Ziel.
- Dein Angebot ist noch nicht klar. Kein Dienstleister kann ein unklares Angebot durch Werbung retten.
- Du hast noch nie mit echten Anfragen gearbeitet und weißt nicht, was du damit machst.
Der letzte Punkt wird unterschätzt. Werbung, die funktioniert, erzeugt Arbeit. Wenn niemand zurückruft, ist mehr Budget das Letzte, was du brauchst.
Ab wann es teurer wird, es selbst zu machen
Rechne einmal ehrlich mit deiner Zeit. Ohne Vorkenntnisse gehen allein in den Aufbau 30 bis 50 Stunden: Werbekonto anlegen, Zahlungsdaten, Messung auf der Webseite, Suchbegriffe sammeln, erste Anzeigen schreiben, und dazwischen Hilfeseiten lesen, weil irgendein Knopf nicht da ist, wo das Video ihn zeigt. Danach hört die Arbeit nicht auf. Ein Konto ordentlich zu betreuen heißt jede Woche: Suchbegriffe durchgehen und die unpassenden ausschließen, Anzeigentexte gegeneinander testen, Budget dorthin schieben, wo die Anfragen herkommen, die Zielseite nachziehen, am Monatsende auswerten. Wer das kann, braucht dafür 10 bis 15 Stunden im Monat je Plattform. Als Laie eher 20 bis 30, weil du jede Zahl erst nachschlagen und jede Änderung von Google und Facebook nebenbei mitbekommen musst.
Setz deinen eigenen Stundensatz ein. Bei einem Handwerksmeister mit 90 Euro Stundensatz sind 40 Stunden Aufbau 3.600 Euro, und danach 20 Stunden im Monat 1.800 Euro, die er nicht auf der Baustelle ist. Das ist mehr, als eine Betreuung kostet, nur fällt es auf keiner Rechnung auf. Und der Profi macht in seinen Stunden andere Dinge als der Laie: Er weiß, welche der zwanzig Stellschrauben in diesem Monat die eine ist, an der man dreht, und lässt die anderen in Ruhe.
Dazu kommt das teurere Lehrgeld: die Monate, in denen das Budget in Suchbegriffe läuft, die nie zu Kunden führen. Das ist der Posten, den fast alle vergessen.
Der Mittelweg, den kaum jemand nutzt
Zwischen 'komplett selbst' und 'komplett abgeben' liegt eine dritte Variante: einmal sauber aufsetzen lassen, dann selbst weiterlaufen lassen und alle paar Monate prüfen lassen.
Das passt gut, wenn dein Budget klein ist, dein Angebot aber steht. Du zahlst einmal für Aufbau und Messung, danach hältst du den Betrieb selbst am Laufen.
Der Haken: Ohne regelmäßiges Hinschauen läuft ein Konto schleichend schlechter. Diese Variante braucht Disziplin von dir.
Woran merkst du, dass es Zeit wird abzugeben?
- Du schiebst das Konto seit Wochen vor dir her.
- Du weißt nicht, welche deiner Anzeigen die Anfragen bringt.
- Du hast das Budget erhöht, weil du dir davon mehr versprochen hast, nicht weil die Zahlen es hergaben.
- Du hast seit Monaten nichts geändert.
- Dein Budget ist über 1.000 Euro im Monat gewachsen.
Wenn drei davon zutreffen, kostet dich das Selbermachen inzwischen mehr, als es spart.
Woher die Zahlen kommen
Die Angaben zur Funktionsweise der Plattformen in diesem Beitrag stützen sich auf deren offizielle Hilfeseiten:
- Klickpreise und Suchmengen: Google Keyword-Planner (Deutschland, Durchschnitt der letzten zwölf Monate, Abruf August 2026).
- Die Lernphase bei Facebook und Instagram beschreibt Meta selbst: Meta-Hilfe, About the learning phase.
Wenn du abgibst, hilft dir Was kostet eine Google-Ads-Agentur? beim Einordnen der Angebote. Wenn du selbst startest, Instagram-Werbung schalten: Anleitung für Unternehmen.
Selbst schalten ist nicht billiger. Es ist nur anders bezahlt, nämlich mit deiner Zeit und mit dem Budget, das in der Lernphase verloren geht.
