INSTAGRAM

Instagram-Werbung schalten: der ehrliche Weg

Der schnellste Weg ist der Knopf 'Beitrag bewerben' unter deinem Beitrag. Er ist auch der teuerste. Hier steht, was du stattdessen tust und was es bringt.

Kostenloses Erstgespräch  ↓
Was du hier erfährst
  • Warum 'Beitrag bewerben' Geld verbrennt
  • Was du vorher geklärt haben musst
  • Welches Budget nötig ist
  • Woran du nach vier Wochen erkennst, ob es läuft

Warum ist der einfache Knopf der teure?

Öffne dein Instagram-Profil. Unter jedem Beitrag siehst du den blauen Knopf 'Beitrag bewerben'. Du tippst drauf, wählst ein Ziel wie 'Mehr Profilbesuche', gibst 10 Euro am Tag ein, bestätigst mit deiner Karte. Nach zwei Minuten läuft Werbung. Genau deshalb nutzen ihn fast alle.

Das Problem: Instagram zeigt den Beitrag dann den Leuten, die am liebsten auf Herzchen tippen und Kommentare schreiben. Das sind selten die Leute, die gerade einen Zahnarzttermin brauchen. Nach einer Woche hast du 200 Likes, zwei Kommentare mit Flammen-Emojis und keine einzige Anfrage. Es sieht nach Erfolg aus und kostet dich trotzdem Geld ohne Gegenwert.

Der andere Weg heißt Werbeanzeigenmanager. Das ist eine eigene Website von Meta, dem Konzern hinter Facebook und Instagram, und du öffnest sie am Computer. Dort sagst du dem System: 'Zeig die Anzeige den Leuten, die am ehesten das Formular auf meiner Website ausfüllen.' Dasselbe Budget, ein völlig anderes Ergebnis.

Was muss vorher geklärt sein?

  • Wohin sollen die Leute? Wer auf die Anzeige tippt, landet auf einer Seite, die genau das anbietet, was in der Anzeige stand. Bewirbst du 'Zahnreinigung für 89 Euro', dann landet die Person auf einer Seite mit genau diesem Angebot und einem Terminformular. Nicht auf deiner Startseite mit zwölf Menüpunkten.
  • Was passiert bei einer Anfrage? Das Formular kommt als E-Mail in dein Postfach. Wer liest das? Ruft deine Mitarbeiterin noch am selben Tag zurück oder erst am Montag? Aus meiner Praxis entscheidet sich in den ersten Stunden, ob aus einer Anfrage ein Kunde wird.
  • Wie wird gezählt? Auf deiner Website braucht es ein kleines Stück Code von Meta, das sogenannte Pixel. Es meldet ans Werbekonto: 'Diese Person hat das Formular abgeschickt.' Ohne das siehst du nur Klicks und weißt nie, welche Anzeige den Kunden gebracht hat.
  • Wer darf werben? Du brauchst ein Unternehmensprofil, kein privates. Das stellst du in den Instagram-Einstellungen um, kostet nichts und dauert zwei Minuten.

Welches Budget ist nötig?

Unter 20 Euro am Tag wird es zäh. Meta muss die Anzeige oft genug zeigen und einige Dutzend Anfragen sehen, bevor es gelernt hat, wem es die Anzeige zeigen soll. Mit 5 Euro am Tag dauert diese Lernphase so lange, dass die meisten vorher aufgeben.

Für ein lokales Unternehmen, etwa ein Café mit Brunch-Angebot oder eine Physiopraxis, sind 600 bis 1.500 Euro Werbebudget im Monat in der Regel ein realistischer Einstieg. Damit läuft genug, um nach drei bis vier Wochen zu sehen, welches Motiv Anfragen bringt.

Starte mit drei bis fünf verschiedenen Motiven, nicht mit einem. Zum Beispiel: ein Foto vom Team, ein kurzes Handyvideo aus dem Behandlungsraum, ein Kundenzitat als Text auf farbigem Hintergrund. Du weißt vorher nicht, welches davon zieht. Wer das behauptet, rät.

Woran erkennst du nach vier Wochen, ob es läuft?

Nicht an Likes. An drei Zahlen. Erstens: Wie viele Anfragen sind gekommen? Zweitens: Was hat eine Anfrage gekostet? Das rechnet das Werbekonto für dich aus, zum Beispiel 400 Euro Budget, 16 Anfragen, 25 Euro pro Anfrage. Drittens: Wie viele davon waren brauchbar?

Die dritte Zahl kennt nur du. Von den 16 Anfragen wollten vielleicht zehn einen Termin, vier haben nur nach dem Preis gefragt, zwei waren Werbung. Schreib das auf und gib es weiter. Sonst optimiert jeder, der das Konto betreut, auf Menge statt auf Qualität.

Ein häufiges Muster: Die Anzeige bringt 20 Anfragen im Monat, aber die E-Mails liegen drei Tage ungelesen im Postfach. Dann ist nicht die Werbung das Problem, sondern der Rückruf.

Wenn die Klicks kommen, aber keine Anfragen, liegt es fast nie an der Anzeige. Die vier Ursachen: Viele Klicks, aber keine Anfragen.

Woher die Zahlen kommen

Die Angaben zur Funktionsweise der Plattformen in diesem Beitrag stützen sich auf deren offizielle Hilfeseiten:

Die Anzeige selbst ist nur ein Teil. Was bei einer Facebook-Werbeanzeige wirklich zählt, gilt eins zu eins auch für Instagram, und wie die Zielseite aufgebaut sein muss, entscheidet am Ende über die Anfragen.

Der Knopf 'Beitrag bewerben' kauft dir Aufmerksamkeit. Der Werbeanzeigenmanager kauft dir Anfragen. Dasselbe Geld, ein völlig anderes Ergebnis.

Häufige Fragen

Wie schalte ich Werbung auf Instagram für mein Unternehmen?
Nicht über den Knopf 'Beitrag bewerben' in der App, sondern über den Werbeanzeigenmanager am Computer. Dort legst du als Ziel fest, dass du Anfragen willst, keine Likes. Vorher brauchst du ein Unternehmensprofil, eine Seite mit genau dem beworbenen Angebot und die Zählung auf deiner Website.
Was kostet Instagram-Werbung?
Für ein lokales Unternehmen sind 600 bis 1.500 Euro Werbebudget im Monat ein realistischer Einstieg. Unter etwa 20 Euro am Tag lernt das System zu langsam, wem es deine Anzeige zeigen soll, und du wartest Monate auf ein Ergebnis.
Warum ist 'Beitrag bewerben' schlechter?
Weil Instagram den Beitrag dann den Leuten zeigt, die gern Herzchen vergeben und kommentieren. Du kaufst damit Aufmerksamkeit von Leuten, die nie bei dir kaufen. Über den Werbeanzeigenmanager sagst du dem System stattdessen, dass du Anfragen über dein Formular willst.
Wie viele Motive brauche ich zum Start?
Drei bis fünf verschiedene Ansätze, nicht ein perfektes. Zum Beispiel ein Teamfoto, ein Handyvideo und ein Kundenzitat. Vorher weiß niemand, welches zieht. Nach zwei bis drei Wochen siehst du im Werbekonto, welches Motiv die günstigsten Anfragen bringt, und gibst diesem mehr Budget.
Wie schnell sehe ich Ergebnisse?
Erste Anfragen oft in den ersten Tagen, belastbare Aussagen nach drei bis vier Wochen. Vorher siehst du Schwankungen, keine Muster: an einem Tag drei Anfragen, am nächsten keine. Wer nach fünf Tagen alles umbaut, macht die Auswertung kaputt.