LANDINGPAGE

Wie eine Seite aufgebaut ist, die Anfragen bringt

Es gibt kein Geheimrezept, aber eine Reihenfolge, die zuverlässig funktioniert. Sie folgt den Fragen, die sich ein Besucher stellt, während er mit dem Daumen über deine Seite scrollt.

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Was du hier erfährst
  • Was oben stehen muss
  • Welche Beweise wirklich zählen
  • Wie das Formular aussehen sollte
  • Die Reihenfolge der Zweifel

Was muss oben stehen?

Stell dir vor, jemand tippt auf deine Anzeige und landet auf deiner Seite. Das Erste, was er sieht, ist der Teil, der ohne Scrollen auf den Bildschirm passt. Auf dem Handy sind das eine Überschrift, ein Satz, ein Bild und ein Knopf. Mehr nicht. In diesen zwei bis drei Sekunden entscheidet er, ob er bleibt oder zurück zu Instagram wischt. Drei Dinge gehören in diesen Bereich:

  • Ein Satz, der sagt, was du machst, für wen und was dabei herauskommt. Zum Beispiel: 'Wir sanieren Bäder in Bochum und Umgebung in fünf Arbeitstagen, zum festen Preis.' Keine Fachwörter, kein 'ganzheitlich', kein 'Ihr Partner für'.
  • Ein Beleg, den man in zwei Sekunden erfasst. Etwa '4,9 Sterne bei Google aus 132 Bewertungen' oder 'über 300 Bäder seit 2015'. Eine Zahl oder ein bekannter Name, kein Absatz.
  • Ein Knopf mit klarer Ansage. Nicht 'Kontakt' und nicht 'Mehr erfahren', sondern 'Kostenlose Einschätzung anfragen' oder 'Rückruf vereinbaren'. Der Besucher soll vorher wissen, was passiert, wenn er drückt.

Dazu eine Regel, die oft vergessen wird. Steht in deiner Anzeige 'Bad in 5 Tagen saniert', dann müssen genau diese Worte oben auf der Seite wieder auftauchen. Fehlen sie, glaubt der Besucher, er sei falsch gelandet, und drückt den Zurück-Pfeil.

Welche Beweise zählen?

Unter dem ersten Bildschirm stellt sich der Besucher die nächste Frage: Können die das wirklich? Hier brauchst du Beweise. Aus meiner Praxis wirken sie in dieser Reihenfolge, von stark nach schwach:

  • Konkrete Zahlen aus echten Aufträgen: 'im letzten Jahr 47 Bäder in Bochum und Umgebung'.
  • Bewertungen mit Namen und Ort: 'Sabine K., Herne'. Noch besser als Bildschirmfoto direkt aus Google.
  • Fotos deiner eigenen Arbeit, mit dem Handy aufgenommen, vorher und nachher.
  • Logos von Firmen, für die du gearbeitet hast.
  • Allgemeine Sätze über Qualität und Zuverlässigkeit.

Der letzte Punkt ist praktisch wertlos, weil ihn jeder schreibt. 'Höchste Qualität und Zuverlässigkeit' steht auf der Seite des Fliesenlegers, der Zahnärztin und des Steuerberaters. Niemand kann es nachprüfen, also überliest es jeder.

Wenn du keine Zahl hast, zähl nach. Die meisten Betriebe haben eine, sie haben nur noch nie daran gedacht, sie aufzuschreiben.

Wie sollte das Formular aussehen?

Jetzt will der Besucher sich melden und sieht dein Formular. Hier passiert der häufigste Fehler: zehn Felder mit rotem Sternchen, Adresse, Telefon, Wunschtermin, Budget, Nachricht. Jedes Pflichtfeld kostet dich Anfragen, und zwar spürbar.

Für den ersten Kontakt reichen zwei Felder: Name und Telefonnummer oder E-Mail. Ob das Bad sechs oder zwölf Quadratmeter hat, klärst du im Rückruf in zwei Minuten. Die Ausnahme sind Felder, die bewusst aussortieren sollen. Wenn du als Fliesenleger keine Aufträge unter 3.000 Euro mehr annimmst, darf ein Feld 'Ungefähre Projektgröße' stehen bleiben. Dann bekommst du weniger Anfragen, aber die richtigen.

Direkt neben den Knopf gehört ein Satz, der sagt, was als Nächstes passiert. 'Ich rufe dich am selben Werktag zurück, meist innerhalb von zwei Stunden.' Dieser eine Satz nimmt mehr Hemmung als jedes Designdetail. Ohne ihn weiß der Besucher nicht, ob nach dem Absenden ein Vertreter vor der Tür steht oder drei Wochen gar nichts passiert.

Die Reihenfolge der Zweifel

Ein Besucher liest deine Seite nicht wie ein Buch. Er scrollt mit dem Daumen und stellt dabei stumm Fragen, immer in derselben Reihenfolge. Beantworte sie in genau dieser Abfolge, dann fühlt sich die Seite richtig an.

  • Bin ich hier richtig? (Das Wort aus der Anzeige, ganz oben.)
  • Was genau bekomme ich? (Ein Satz mit Leistung, Ort und Ergebnis.)
  • Kann die Firma das wirklich? (Zahlen, Bewertungen, Fotos.)
  • Was kostet es ungefähr? (Eine Spanne, etwa 'Komplettbad ab 12.000 Euro'.)
  • Was passiert, wenn ich mich melde? (Der Satz neben dem Formular.)
  • Was, wenn es doch nicht passt? (Kostenlose Erstberatung, unverbindliches Angebot.)

Die vierte Frage lassen die meisten Seiten offen. Kein Wort zum Preis, aus Angst, jemanden abzuschrecken. In Wirklichkeit passiert das Gegenteil: Der Besucher öffnet den nächsten Tab, findet beim Wettbewerber 'Badsanierung ab 12.000 Euro' und ruft dort an. Eine ehrliche Spanne schreckt nur die ab, die ohnehin nicht gekauft hätten.

Woher die Zahlen kommen

Die Angaben zur Funktionsweise der Plattformen in diesem Beitrag stützen sich auf deren offizielle Hilfeseiten:

  • Klickpreise und Suchmengen: Google Keyword-Planner (Deutschland, Durchschnitt der letzten zwölf Monate, Abruf August 2026).

Falls du noch überlegst, ob du überhaupt eine eigene Seite brauchst: Was ist eine Landingpage und warum brauche ich eine? und Warum deine Homepage die falsche Zielseite ist.

Eine gute Seite beantwortet die Fragen in der Reihenfolge, in der sie im Kopf des Besuchers auftauchen. Nicht in der Reihenfolge, in der du sie gern erzählen würdest.

Häufige Fragen

Was muss oben auf einer Landingpage stehen?
Ein Satz, der sagt, was du machst, für wen und was dabei herauskommt, etwa 'Bäder in Bochum in fünf Tagen saniert, zum festen Preis'. Dazu ein Beleg wie '4,9 Sterne aus 132 Bewertungen' und ein Knopf mit klarer Ansage. Das Wort aus der Anzeige muss hier wieder auftauchen, sonst fühlt sich der Besucher falsch gelandet.
Wie viele Felder darf ein Formular haben?
Für den ersten Kontakt zwei: Name und Telefonnummer oder E-Mail. Alles Weitere klärst du im Rückruf. Ein zusätzliches Feld lohnt sich nur, wenn es bewusst aussortieren soll, etwa 'Ungefähre Projektgröße', wenn du keine Kleinaufträge mehr willst.
Welche Beweise überzeugen am meisten?
Konkrete Zahlen aus echten Aufträgen, etwa '47 Bäder im letzten Jahr'. Danach Bewertungen mit Namen und Ort sowie eigene Fotos, vorher und nachher. Sätze wie 'höchste Qualität und Zuverlässigkeit' bringen nichts, weil sie auf jeder Seite stehen und niemand sie nachprüfen kann.
Soll ich Preise auf der Seite nennen?
Zumindest eine Spanne, etwa 'Komplettbad ab 12.000 Euro'. Wer gar nichts nennt, verliert Besucher an den Wettbewerber im nächsten Tab, der eine Zahl nennt. Eine ehrliche Spanne sortiert außerdem Anfragen aus, die sowieso nicht gepasst hätten.
Wie lang sollte eine Landingpage sein?
So lang, bis alle sechs Zweifel beantwortet sind, und keine Zeile länger. Für eine Badsanierung für 15.000 Euro hat ein Besucher mehr Fragen als für eine Fensterreinigung für 80 Euro, also darf die Seite dort länger sein.