ChatGPT Ads: Werbung in ChatGPT schalten, so funktioniert es
Seit dem 24. August 2026 gibt es ChatGPT Ads auch in Deutschland. Hier steht, wer Werbung in ChatGPT buchen kann, wie eine Anzeige entsteht und was sie kostet.
Kostenloses Erstgespräch ↓- Wer seit dem 24. August in ChatGPT werben kann und über welchen Weg
- Wie das Werbekonto entsteht und welche Angabe du danach nicht mehr ändern kannst
- Wie eine Anzeige in ChatGPT aussieht und wie sie ausgesucht wird
- Was eine Anzeige kostet und wie du misst, ob sie Anfragen bringt
Was genau ist Werbung in ChatGPT?
Wenn jemand ChatGPT fragt 'Wie renoviere ich mein Bad, ohne dass es teuer wird?', bekommt er wie immer eine Antwort. Darunter erscheint, klar als Werbung gekennzeichnet, ein kleiner Kasten: Firmenname, Logo, eine Überschrift, ein bis zwei Sätze, ein Bild und ein Link. Das ist eine ChatGPT-Anzeige.
Die Antwort selbst ändert sich durch die Werbung nicht. OpenAI, die Firma hinter ChatGPT, legt sich darauf fest: Anzeigen stehen immer unter der Antwort, nie darin, und der Werbetreibende sieht nicht, was der Nutzer geschrieben hat. Er bekommt nur Zahlen: wie oft seine Anzeige gezeigt und geklickt wurde.
Anzeigen sehen nur Nutzer der kostenlosen Version und des günstigen Go-Abos für etwa 7 Euro im Monat. Wer Plus, Pro oder eine Firmenversion bezahlt, sieht keine Werbung. Unter 18 Jahren gibt es ebenfalls keine. Trotzdem ist das die große Mehrheit: von rund einer Milliarde Nutzern weltweit nutzen etwa vier von fünf die kostenlose Version.
Wer kann seit dem 24. August buchen?
In den USA läuft das seit Februar 2026, danach kamen Kanada, Australien, Großbritannien, Japan, Brasilien und weitere Länder. Am 24. August 2026 hat OpenAI 31 europäische Länder freigeschaltet, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Zum Start gibt es für europäische Firmen drei Möglichkeiten, Anzeigen zu buchen:
- Direkt über OpenAI: Auf ads.openai.com gibt es ein Formular für das Verkaufsteam. Das ist für größere Budgets gedacht, OpenAI nennt keine Untergrenze.
- Über eine Agentur: OpenAI nennt als Partner unter anderem Publicis, WPP, Omnicom, Dentsu, Mediaplus und Havas, also die großen Netzwerke. Kleinere Agenturen und freie Berater haben zum Start keinen eigenen Zugang.
- Über Technikpartner: Wer seine Werbung schon über Buchungssysteme wie Adobe, Criteo oder StackAdapt abwickelt, kann ChatGPT-Anzeigen dort mitbuchen.
Der vierte Weg, der für kleine Betriebe der wichtigste ist, heißt Ads Manager: ein Selbstbedienungskonto wie bei Google oder Facebook. OpenAI sagt offiziell, dass es für europäische Firmen 'später im Sommer' kommt. Einzelne Fachseiten berichten, dass die Konten schon in derselben Woche freigeschaltet werden. Ich würde es so machen: auf ads.openai.com auf 'Sign up' klicken und prüfen, ob Deutschland als Firmensitz angeboten wird. Wenn ja, ist der Weg offen.
Wie entsteht das Werbekonto?
Du brauchst ein OpenAI-Konto mit deiner Firmen-E-Mail-Adresse. Damit meldest du dich im Ads Manager an und gibst Firmenname, Webseite, Logo und Branche ein. Dann folgen Land, Währung und Zeitzone.
Ein Punkt ist wichtig: Land, Währung und Zeitzone lassen sich nach dem Anlegen nicht mehr ändern. Wer versehentlich Dollar statt Euro wählt, muss ein neues Konto mit einer anderen E-Mail-Adresse anlegen. Also vorher einmal genau hinschauen.
Danach prüft OpenAI die Identität über einen Dienstleister namens Persona: ein paar Fragen, ein Ausweis, fertig. Die Freigabe kommt per Mail. OpenAI schreibt selbst, dass das wegen der vielen Anträge dauern kann und sich nicht beschleunigen lässt. Doppelte Anträge helfen nicht, sie bremsen.
Zum Schluss Rechnungsprofil und Kreditkarte hinterlegen, Logo und Firmenname in den Einstellungen prüfen, weil beides genau so in der Anzeige erscheint. Kollegen kannst du als Nutzer einladen. Ohne diese Schritte läuft keine Anzeige, auch wenn sie fertig gebaut ist.
Die Anleitung zum Mitklicken mit allen Feldern, Zeichengrenzen und Bildmaßen: ChatGPT Ads einrichten: Schritt für Schritt im Ads Manager.
Wie ist eine Kampagne aufgebaut?
Der Aufbau ist dreistufig, wie bei Google und Facebook:
- Kampagne: Ziel, Budget, Laufzeit und Gebiet. Als Ziel gibt es 'Reach' (du zahlst pro tausend Sichtkontakte) und 'Clicks' (du zahlst pro Klick). Seit August kann die Plattform die Anzeige auch gezielt den Leuten zeigen, die wahrscheinlich anfragen oder kaufen, wenn die Messung eingerichtet ist.
- Anzeigengruppe: Hier gibst du sogenannte Context Hints an: Themen und Gesprächsarten, bei denen deine Anzeige passt, zum Beispiel 'Badsanierung planen' oder 'Fahrschule in der Nähe suchen'. Das sind ausdrücklich keine Suchbegriffe wie bei Google. Sie helfen ChatGPT beim Zuordnen, garantieren aber keine Anzeige in einem bestimmten Gespräch.
- Anzeige: Titel, ein kurzer Text, ein Bild, die Zielseite. Dazu erscheinen automatisch dein Firmenname und dein Logo.
Welche Anzeige ChatGPT zeigt, entscheidet ein Programm danach, wie gut sie zum Gespräch passt: Was wird gerade besprochen, was steht in deinem Titel, deinem Text und auf deiner Zielseite, und was hast du als Context Hints angegeben. Wer die Personalisierung nicht abgeschaltet hat, bei dem zählen auch frühere Gespräche mit. Die Anzeige, die am besten passt und genug bietet, gewinnt.
Jede Anzeige wird vor dem Start geprüft. Im Ads Manager steht dann 'Serving' (läuft) oder 'Not serving' (läuft nicht), und dazu der Grund. Häufige Gründe: Konto noch nicht freigegeben, Budget erreicht, Kreditkarte abgelehnt, oder die Anzeige verstößt gegen die Regeln (dazu unten mehr).
Welche Themen für einen Betrieb mit Umkreis passen, steht in ChatGPT-Werbung für lokale Betriebe, welche für Kurse und Beratung in ChatGPT-Werbung für Coaches, Berater und Online-Anbieter.
Was kostet eine Anzeige in ChatGPT?
Du legst je Anzeigengruppe ein Höchstgebot fest: entweder pro tausend Sichtkontakte oder pro Klick. OpenAI empfiehlt zum Start 3 bis 5 Euro pro Klick als Höchstgebot (die Empfehlung ist in Dollar formuliert, in Euro ist es fast dasselbe). Das ist mehr, als ein Klick bei Google für die meisten lokalen Betriebe kostet, wo wir oft bei 0,50 bis 3 Euro liegen.
Die Auktion funktioniert ähnlich wie bei Google: Wie gut die Anzeige passt, zählt mit, und du zahlst nicht dein Höchstgebot, sondern etwas mehr als der nächstbeste Bieter. Der Ads Manager zeigt dir an, ob dein Gebot wettbewerbsfähig ist.
Was eine Anfrage am Ende kostet, kann dir heute niemand sagen. OpenAI schreibt selbst, dass es noch keine Vergleichswerte über Branchen hinweg gibt. Die ganze Rechnung mit Beispielen steht in einem eigenen Beitrag unten.
Wie misst du, ob es Anfragen bringt?
Der Ads Manager zeigt Sichtkontakte, Klicks, Ausgaben, Klickrate und den Durchschnittspreis je Klick. Das reicht, um zu sehen, ob überhaupt jemand klickt. Es reicht nicht, um zu sehen, ob jemand anruft oder das Formular ausfüllt.
Dafür gibt es zwei Wege. Erstens einen Messcode von OpenAI für deine Webseite, das OpenAI-Pixel, dazu eine Schnittstelle für Käufe und Anfragen, die nicht auf der Webseite stattfinden, etwa am Telefon. Zweitens, viel einfacher: an den Link deiner Zielseite hängst du eine Kennung an (Fachleute nennen das UTM-Parameter), und dein bestehendes Messprogramm wie Google Analytics zeigt dir 'Besucher aus ChatGPT' als eigene Quelle. ChatGPT reicht diese Kennungen durch.
Mein Rat für den Anfang: die Kennung im Link sofort, den Messcode, sobald du mehr als ein paar hundert Euro im Monat ausgibst. Sonst bezahlst du Klicks und weißt nie, ob daraus Kunden wurden.
Was ChatGPT-Werbung heute noch nicht kann
Ehrlich gesagt ist das eine Plattform, die noch in der Testphase steckt, und OpenAI schreibt das auch so. Ein paar Dinge, die du bei Google und Facebook gewohnt bist, fehlen oder sind eingeschränkt:
- Keine echten Suchbegriffe. Du kannst nicht 'Zahnarzt Bochum' buchen, nur Themen beschreiben.
- Keine Vergleichswerte: Niemand weiß, was eine Anfrage in deiner Branche kostet.
- Ein einziges Anzeigenformat unter der Antwort. Karussells und weitere Formate kommen nach und nach.
- Strenge Regeln, welche Branchen überhaupt dürfen. Gesundheit, Recht, Finanzen und einiges mehr sind zum Start gesperrt. Die Liste steht im Beitrag 'Lohnt sich ChatGPT-Werbung für kleine Betriebe?'.
- Keine Anzeigen neben sensiblen Gesprächen, etwa über Gesundheit, Psyche oder Politik. Das schützt dich als Werbetreibenden, begrenzt aber die Reichweite.
Das ist kein Grund zu warten, wenn deine Branche erlaubt ist. Es ist ein Grund, klein anzufangen, sauber zu messen und die Erwartung niedrig zu halten. Wer jetzt lernt, wie die Plattform tickt, hat einen Vorsprung, wenn sie in einem Jahr erwachsen ist.
Quellen und Stand
Stand dieses Beitrags: 23. August 2026. Die Angaben stammen aus diesen Quellen, die ich bei Änderungen erneut prüfe:
- OpenAI, Ankündigung vom 18. August 2026: ChatGPT Ads expands across Europe (31 Märkte, Zugang über Verkaufsteam und Partner, Self-Service später).
- OpenAI Hilfe-Center: Ads in ChatGPT: The Basics (Format, Auswahl, Gebote, Messung) und Ads Manager Beta Account Setup (Kontoanlage, Prüfung, nicht änderbare Felder).
- OpenAI, Ad policies, Stand 10. August 2026 (erlaubte und gesperrte Kategorien, sensible Gesprächskontexte).
- OpenAI, New ways to buy ChatGPT ads vom 5. Mai 2026 (Partner, Ads Manager Beta, Bezahlung pro Klick, Messung).
- Suchvolumen und Klickpreise: Google Keyword-Planner, Deutschland, Durchschnitt der letzten zwölf Monate, abgerufen am 23. August 2026.
Was das kostet, steht in Was kostet Werbung in ChatGPT?, und ob es sich für deinen Betrieb überhaupt lohnt, in Lohnt sich ChatGPT-Werbung für kleine Betriebe?. Den Stand zum Start in Deutschland halte ich in ChatGPT Ads in Deutschland aktuell.
Werbung in ChatGPT ist kein neues Google. Niemand sucht dort nach dir, die Leute besprechen ein Problem. Wer das versteht, schreibt andere Anzeigen als bei Google, und bessere.
