Was kostet Google-Werbung wirklich?
Auf diese Frage bekommst du überall dieselbe Antwort: das kommt darauf an. Stimmt sogar. Nur hilft sie dir nicht. Also hier die Zahlen, mit denen ich in acht Jahren tatsächlich gearbeitet habe.
Kostenloses Erstgespräch ↓- Woraus sich deine Kosten überhaupt zusammensetzen
- Was ein Klick in verschiedenen Branchen kostet
- Welches Monatsbudget unter Beobachtung überhaupt Sinn ergibt
- Ab wann sich das für dein Geschäft rechnet
Warum nennt dir keiner einen Preis?
Tippt jemand bei Google 'Fliesenleger Bochum' ein, stehen ganz oben bis zu vier Einträge mit dem kleinen Wort 'Gesponsert' davor. Das sind die Werbeanzeigen. Dort zu stehen kostet nichts. Erst wenn jemand darauf tippt, bucht Google Geld von deinem Werbekonto ab.
Was dieser Klick kostet, steht auf keiner Preisliste. Google versteigert den Platz bei jeder einzelnen Suche unter allen Betrieben, die bei diesem Suchwort erscheinen wollen. Wer mehr bietet und eine passendere Anzeige hat, steht weiter oben.
Ein Fliesenleger in Bochum zahlt deshalb etwas völlig anderes als ein Anwalt in München, der gegen 40 Kanzleien bietet. Richtwerte gibt es trotzdem. Die schreibe ich dir hier hin.
Woraus setzen sich deine Kosten zusammen?
Drei Posten werden oft durcheinandergeworfen:
- Das Werbebudget. Geht direkt an Google, abgebucht von deiner Kreditkarte oder per Rechnung. Damit kaufst du die Klicks.
- Die Betreuung. Geht an den Menschen, der die Anzeigen schreibt, die Suchwörter auswählt und jede Woche ins Konto schaut. Agentur, Freelancer oder du selbst.
- Die Technik. Einmalig zu Beginn. Jemand baut in deine Webseite eine Messung ein, damit du später siehst, über welches Suchwort eine Anfrage kam. Ohne das siehst du am Monatsende nur 'Klicks: 800' und rätst, ob einer davon Kunde wurde.
Wenn dir jemand '2.000 Euro im Monat' nennt, frag immer: Wie viel davon geht an Google, wie viel an dich? Manche Anbieter halten das bewusst unklar, weil 2.000 Euro mit nur 400 Euro Werbebudget für sie ein gutes Geschäft sind, für dich nicht.
Was kostet ein Klick?
Hier die Spannen, die ich in der Praxis sehe. Erfahrungswerte für den deutschen Markt, keine Garantie.
Klingt viel? Nur ist der Klickpreis die falsche Zahl. Wer bei 'Anwalt Arbeitsrecht München' klickt, hat meist gerade eine Kündigung auf dem Tisch und meldet sich viel eher als ein Zufallsbesucher. Entscheidend ist, was dich eine Anfrage kostet.
Was kostet ein Monat?
Rechne vom Ende her, also von den Anfragen. So mache ich es im Erstgespräch. Ein Sanitärbetrieb will 20 Anfragen im Monat. Von 100 Leuten auf seiner Seite füllen erfahrungsgemäß einer bis fünf das Formular aus oder rufen an. Nehmen wir zwei. Dann braucht er rund 1.000 Klicks. Bei 2 Euro pro Klick sind das 2.000 Euro Werbebudget im Monat.
Unter etwa 500 Euro im Monat wird es schwierig. Nicht weil Google es verbietet, sondern weil zu wenig passiert. Bei 3 Euro pro Klick sind das fünf Klicks am Tag. Nach einem Monat hast du vielleicht drei Anfragen und weißt immer noch nicht, welches Suchwort sie gebracht hat.
Bei Handwerk, Praxen und anderen Betrieben mit Kunden aus der Umgebung liegt der übliche Einstieg zwischen 800 und 2.500 Euro Werbebudget im Monat.
Was kostet die Betreuung?
Seriöse Betreuung läuft über einen festen Monatsbetrag je Plattform. So rechne ich ab, und so rechnen die meisten spezialisierten Freelancer und kleinen Agenturen ab. Daneben findest du zwei andere Modelle in den Angeboten:
- Fester Monatsbetrag je Plattform, bei Freelancern und kleinen Agenturen meist 1.500 bis 4.000 Euro im Monat für Google oder für Facebook und Instagram, dazu einmalig die Einrichtung. Große Agenturen liegen oft darüber, mit Mindestlaufzeit.
- Anteil vom Werbebudget, bei manchen Agenturen 10 bis 20 Prozent. Bei 2.000 Euro Budget also 200 bis 400 Euro. Der Haken: Der Anbieter verdient mehr, wenn du mehr ausgibst, und bei kleinen Budgets bleibt so wenig übrig, dass niemand ernsthaft ins Konto schaut.
- Erfolgsbeteiligung, etwa 50 Euro pro Anfrage. Selten und selten sauber, weil am Monatsende gestritten wird, was eine Anfrage war.
Bei mir: 1.500 bis 4.000 Euro pro Monat und Plattform, 2.000 Euro einmalig für die Einrichtung, monatlich kündbar, ohne Agentur dazwischen. Du schreibst mir, ich antworte.
Ich nenne die Zahl bewusst öffentlich. Wenn 1.500 im Monat für dich gerade nicht passt, sparst du dir ein Gespräch, und ich mir auch.
Ab wann rechnet sich das für dich?
Der einzige Rechenweg, der zählt: Was ist dir ein neuer Kunde wert?
Eine Zahnärztin, bei der ein neuer Patient über die Jahre 800 Euro Umsatz bringt, kann für eine Anfrage locker 40 Euro zahlen. Ein Café, das an einem Gast 4 Euro verdient, kann das nicht.
Rechne einmal ehrlich auf einem Zettel: Was bringt dir ein Kunde insgesamt, und wie viele von zehn Anfragen werden Kunde? Kundenwert mal diese Quote ist deine Schmerzgrenze pro Anfrage, im Beispiel 800 Euro mal fünf von zehn, also 400 Euro. Liegt der übliche Preis pro Anfrage in deiner Branche darunter, funktioniert Werbung für dich. Liegt er darüber, ist nicht die Werbung dein Problem, sondern dein Angebot oder deine Preise.
Genau das schauen wir uns im Erstgespräch an, bevor irgendjemand einen Euro an Google überweist.
Woher die Zahlen kommen
Die Angaben zur Funktionsweise der Plattformen in diesem Beitrag stützen sich auf deren offizielle Hilfeseiten:
- Klickpreise und Suchmengen: Google Keyword-Planner (Deutschland, Durchschnitt der letzten zwölf Monate, Abruf August 2026).
Zum Vergleich der neue Kanal: Was kostet Werbung in ChatGPT?
Die Frage ist nie, was Werbung kostet. Die Frage ist, was dich eine Anfrage kostet und was dir ein Kunde wert ist. Alles andere ist Zahlenschieberei.
