Unternehmensprofil oder Anzeigen?
Die Frage stellt sich falsch. Es ist kein Entweder-oder, sondern eine Reihenfolge. Und die ist bei fast allen Betrieben mit Ladentür oder Praxisschild dieselbe.
Kostenloses Erstgespräch ↓- Was jedes von beiden leistet
- Wo die Grenzen des kostenlosen Eintrags liegen
- Die richtige Reihenfolge
- Wann Anzeigen trotzdem sofort sinnvoll sind
Was leistet jedes von beiden?
Wenn jemand in deiner Stadt zum Beispiel 'Zahnarzt Bochum' googelt, zeigt Google ganz oben drei Betriebe mit Karte, Sternen und Telefonnummer. In diese drei kommst du über dein Google-Unternehmensprofil. Das kostet nichts. Wen Google dort zeigt, entscheidet Google aber selbst: wer nah dran ist und gute Bewertungen hat.
Anzeigen stehen noch über dieser Karte, als Erstes auf der Seite. Dafür zahlst du pro Klick. Im Gegenzug ist es egal, wie weit du entfernt bist und wie viele Bewertungen du hast. Und Anzeigen gehen auch für Angebote, bei denen Google gar keine Karte zeigt, zum Beispiel Beratung per Video oder Versand in ganz Deutschland.
Kurz: Mit dem Profil findet man dich in deiner Nachbarschaft. Mit Anzeigen auch darüber hinaus.
Wo liegen die Grenzen des Profils?
Drei Grenzen, die man kennen sollte. Erstens die Entfernung. Google zeigt in der Karte die Betriebe in der Nähe dessen, der sucht. Wer in Bochum-Wattenscheid 'Zahnarzt' eintippt, sieht die drei Praxen um die Ecke, nicht deine zehn Kilometer weiter in Langendreer. Auch wenn deine besser ist.
Zweitens die Bewertungen. Eine Praxis mit 80 Bewertungen und 4,8 Sternen steht vor einer mit drei Bewertungen, egal wie vollständig dein Profil ist. Die Sterne sind das Erste, was der Suchende sieht, und danach sortiert Google mit.
Drittens die Menge. Du bekommst nur so viele Anfragen, wie Leute in deinem Umkreis suchen. Wenn in deiner Kleinstadt im Monat 40 Leute 'Zahnarzt' googeln und drei Praxen in der Karte stehen, teilt ihr euch diese 40. Mehr wird es über das Profil nicht.
Genau an diesen drei Grenzen fangen Anzeigen an, sinnvoll zu werden. Sie zeigen dich auch zehn Kilometer weiter, auch ohne 80 Bewertungen, und auch Leuten, die 'Zahnarzt Angstpatienten Ruhrgebiet' suchen statt nur 'Zahnarzt'.
Die Reihenfolge
- Profil vollständig ausfüllen: zehn echte Fotos aus der Praxis, jede Leistung einzeln eingetragen (Prophylaxe, Implantate, Bleaching), Öffnungszeiten und eine Telefonnummer, die auch jemand abnimmt.
- Bewertungen sammeln, bis mindestens zwanzig zusammenkommen. Am einfachsten: nach dem Termin eine kurze Nachricht mit dem Link zur Bewertung schicken. Aus meiner Praxis schreibt dann etwa jeder Fünfte etwas.
- Erst dann Anzeigen, und zwar zuerst für die Leistung, an der du am meisten verdienst. Bei einer Zahnärztin sind das Implantate, nicht die Kontrolluntersuchung.
Wer die Reihenfolge dreht, zahlt für Klicks auf ein Profil ohne Bewertungen. Der Suchende klickt auf deine Anzeige, sieht drei Sterne von zwei Leuten und ruft dann doch bei der Praxis mit 80 Bewertungen an. Den Klick hast du trotzdem bezahlt. Das ist der teuerste denkbare Weg.
Was neben dem Profil noch kostenlos wirkt: Mehr Kunden ohne Werbebudget.
Wann sind Anzeigen trotzdem sofort sinnvoll?
Bei einer Neueröffnung. Ein Café, das im September aufmacht, hat null Bewertungen und kann nicht ein halbes Jahr warten, bis sich das ändert. Anzeigen bringen die ersten Gäste, und die schreiben dann die ersten Bewertungen.
Bei Leistungen ohne festen Ort. Ein Steuerberater, der Mandanten in ganz Deutschland per Video betreut, hat von der Karte nichts, weil Google dort nur Betriebe aus der Nachbarschaft zeigt.
Und wenn dein Umkreis so klein ist, dass die Suchmenge nicht reicht. Ein Hufschmied in einem Dorf mit 2.000 Einwohnern bekommt über die Karte vielleicht zwei Anfragen im Monat. Mit Anzeigen erreicht er Pferdebesitzer im Umkreis von 50 Kilometern.
In allen anderen Fällen gilt: Erst das Kostenlose ausschöpfen, dann kaufen.
Woher die Zahlen kommen
Die Angaben zur Funktionsweise der Plattformen in diesem Beitrag stützen sich auf deren offizielle Hilfeseiten:
- Alles zum kostenlosen Eintrag: Google-Hilfe, Einstieg in Unternehmensprofile.
Erst das ausschöpfen, was nichts kostet. Wer Anzeigen auf ein Profil mit zwei Bewertungen schaltet, zahlt für Klicks von Leuten, die danach beim Nachbarn anrufen.
